Air Yoga Aline Sommer

Air Yoga – intensive Dehnungen, auch für „Brechtstangen“

Nach zweieinhalb Jahren Yoga probiere ich das erste Mal Air Yoga. Eine Yoga-Variante aus den USA. Bekannte Yogahaltungen werden in einem Tuch geturnt. Durch das Tuch sind die Übungen intensiver, trotzdem aber sanfter als am Boden. Ich probiere Air Yoga auch, weil es einfach mal etwas anderes ist. Ein ganz persönlicher Anwenderbericht.

Es ist Sonntag 10 Uhr morgens. Draußen wirbeln Flocken gegen die Scheibe. Hier drinnen ist es warm. Bunte Tücher hängen von der Decke. Ich stehe mit zehn anderen in meinem Yogastudio zu einer Einführung ins Air Yoga, auch als Anti-Gravity oder Aerial Yoga bekannt.

Air-Yoga-Erfinder Christopher Harrison zeigt wie es geht.

Während meiner zweiten Schwangerschaft kam ich das erste Mal mit Yoga in Berührung. Außer Schwimmen war jeglicher Sport zur Qual geworden. So meldete ich mich beim Kundalini Yoga an. Die Übungen waren super, sehr sanft – nur der Gesang nervte. Ich kann mir schon schwer deutsche Lieder merken. Indische schon gar nicht. Trotzdem. Der sportliche Teil gefiel mir. Das ist nun zweieinhalb Jahre her.

Ein großes Baumwolltuch als Hilfsmittel

Air Yoga Aline Sommer
Air Yoga a la Aline Sommer

Jeder darf sich ein Tuch aussuchen. „Sucht Euch eine Farbe, die Ihr mögt“, sagt Susanya, unsere Yogalehrerin. Ich nehme Orange, obwohl mir auch die grünen, die blauen und roten gefallen. Dann zeigt Sie uns wie wir in die Tücher greifen, um uns hochzuziehen. Ich stehe vor dem Tuch wie vor einer Schaukel: Mit beiden Händen ziehe ich mich hoch und lasse mich sanft ins das Tuch gleiten.

Susanya erklärt uns kurz, woher Air Yoga kommt. Natürlich aus den USA, wie die meisten Trendsportarten. Erfunden hat es ein Tänzer.

Kontrollierte Bewegungen, nicht schaukeln

Inzwischen sitzen wir ganz bequem in unseren Tüchern und schwingen ganz sanft über den Boden. Schwingen, nicht schaukeln. Das ist wichtig. Es geht nicht darum in den Tüchern zu Schaukeln.

Und dann machen wir unsere erste Übung. Für die bekannte Yogastellung „Hund“ hängt mein Becken im Tuch, meine Hände und Füße suchen den Boden. Aua, das Tuch schneidet in den Bauch. Auch die anderen stöhnen und holen sich nach und nach eine Decke zum Polstern. Laut Susanya ist das auch schon die schmerzhafteste Übung von heute. Schließlich soll uns Air Yoga Spaß machen.

Mehr Beweglichkeit, weniger Schmerz durch Yoga

Air Yoga AlineUnd Yoga macht Spaß. Nachdem mein Baby da war, habe ich auch einen Yoga-Rückbildungskurs gemacht. Und mich drei Monate später in der Volkshochschule zum Power-Yoga angemeldet. Eine neue Welt tat sich auf. Ich habe in den letzten Jahren viel Sport gemacht, ich war schwimmen, wandern, inlinern, joggen. Aber, und das war mir gar nicht so bewusst: Ich war gelenkig wie eine Brechstange. Selbst einfachste Übungen, z. B. auf dem Boden liegend die Beine nach oben strecken, fielen mir schwer. Ganz langsam, nach und nach, verbessert sich durch regelmäßiges Yoga meine Beweglichkeit. Auch meine Rückenschmerzen. Heute merke ich jede längere Yoga-Pause.

Air Yoga ist genau für solche Brechstangen wie mich eine interessante Alternative zur „normalen“ Stunde. Durch das Eigengewicht wird das Tuch gestrafft und man erreicht Dehnungen, die am Boden nicht oder noch nicht möglich sind. Abgesehen davon, verbleibt man länger in der Dehnungshaltung.

Auch schwierige Umkehrhaltungen sind im Tuch kein Problem

Und man hat mehr Möglichkeiten. Der Kopfstand ist eine der Königsdisziplinen im Yoga. Allerdings auch gefährlich, weil es ungeübt zu Verletzungen kommen kann. Im Air Yoga gibt es dafür eine Alternative.
Ich greife in das Tuch, lasse mich nach hinten fallen und meine Füße wickeln sich um das Tuch. Dann hänge ich kopfüber mit dem Tuch. Es ist ein super Gefühl, sich so gestreckt einfach hängen zu lassen.

Air Yoga UnteschleissheimUnd dann wird mir auch klar, was es mit der Farbe auf sich hat. Wir machen mehrere „Sitzübungen“ im Tuch. Im Schneidersitz, aber auch mit ausgestreckten Beinen. Es ist orange um mich herum. Das Tuch ist geschlossen. Ich fühle mich geborgen. Wie in einer Höhle. Im Hintergrund dudelt die Yogamusik. Susanya geht von einem zum anderen und korrigiert Fehlhaltungen.

Ruckzuck sind die zwei Stunden um. Einige von uns sind ein bisschen seekrank, aber die Stimmung ist gut. Ich bin fit und spüre die Dehnungen im unteren Rücken und in den Beinen. Entspannt bin ich auch. Das hat Yoga so an sich. Und so beschwingt gehe ich in den Restsonntag. Und weiß, dass es nicht meine letzte Stunde Air Yoga war.

Mein Yoga-Tipp:

Ich benutze diese Yogabox von Anna Trökes. Entweder ich ziehe einfach 3 Karten (lasse mich überraschen) und mache die Übungen. Oder, wenn ich etwas für einen „Problembereich“ tun möchte, z. B. für meinen Rücken, dann suche ich speziell Übungen für den Rücken heraus. Das beste an diesen Yogakarten ist, dass die Übungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden dargestellt werden. Also keine Ausreden mehr 🙂

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Viel Spaß beim Yoga!
Aline Sommer

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