Motive von Klosterurlaubern

Kloster Hegne Schwestern

Kloster Hegne Schwestern

Schon vor ein paar Jahren wurde eine Untersuchung durchgeführt was Menschen zu einem Klosterbesuch führt. Dazu hat das Institut Zweieinheit unter Leiter Dr. Christoph Melchers 35 Klosterbesucher nach ihrer Rückkehr befragt. Aus den erfragten Motiven hat er sieben Klosterurlaubs-Typen gebildet. In diesen Typen sieht man die ganze Bandbreite der Motivation, von weltlich bis religiös.

Melchers und sein Team hat die Motive von Klosterurlaubern wie folgt zusammengefasst:

  • Das Kloster ermöglicht ein Leben in Gemeinschaft oder auch Alleinsein. In jedem Fall geht es darum, genau das zu finden, was man im Leben nicht hat. „Der Manager, der die Stille sucht, als Kontrast zu seinem hektischen Leben.“
  • Im Kloster ist es ruhig. Die Atmosphäre vermittelt Geborgenheit. Im Gegensatz zu der herrschenden Hire-and-Fire-Kultur und dass „immer etwas los ist.
  • Das Kloster, vor allem wenn man sich für einen Kurs entscheidet oder ein spirituelles Angebot wahrnimmt, ermöglicht die Beschäftigung mit nur EINEM Thema. In unserem Leben verzetteln wir uns auf der ständigen Suche nach etwas Neuem (und sich selbst).
  • In der Moderne ist vielen von uns der Bezug zur Arbeit verloren gegangen. Wir fragen uns täglich, hat das alles einen Sinn, was wir hier machen. Insbesondere im Bezug auf wiederkehrende Krisen, Gier und Kommerzialisierung der Gesellschaft. Die Arbeit im Kloster (z.B. auch Kunst-Exerzitien oder das einfache Mitarbeiten) geben das Gefühl der Handarbeit zurück und somit der Sinnhaftigkeit des Tuns, im Sinne vom „etwas erschaffen“.
  • Der strikte Tagesablauf im Kloster, das frühe Aufstehen und das sich-Einfügen (Konsequenzen tragen) wird von einigen Menschen als wohltuend empfunden. Sich unterordnen und Disziplin anstelle von Laissez Faire und Drückebergerei.
  • Klöster stehen für Tradition, Werte und Geschichte. Sie sind etwas Wahrhaftiges, was schon seit Jahrhunderten existiert und von daher nicht falsch sein kann. Klöster als Orte der Tradition sind für viele Menschen ein Gegenpol zu der Moderne. Hier kommen Menschen wieder in Kontakt zu ihren Werten.
  • Zur Ruhe kommen, Stille, Meditation. Viele Klosterurlauber möchten einfach nur Ruhe und nicht reden müssen.
  • Als Orte der Stille ermöglichen Klöster Gelassenheit. Alles ist festgelegt. Ich kann sein, wie ich will. Alles bleibt so, wie es ist. Ein Gegensatz zu unserem Leben, dass  durch Stress im Alltag und sich ständig neu beweisen müssen, geprägt ist.
  • Klöster stehen für Authentizität. Sie sind echt und wahrhaftig. Hier wird man nicht betrogen. Es geht um wirkliches Leben, nicht um Events und gespielte Gastfreundschaft.
  • Klöster verbreiten einen Hauch von Mythischem. Sie stehen im Gegensatz zu Konsum und Sachlichkeitszwängen für ein nicht-materielles Leben.
  • Klöster sind Orte des Glaubens. Sie vermitteln eine Heilsvisionen in einer zeit, die durch Finanz- und Umweltkrisen, Flüchtlingsproblematik, Krieg usw. geprägt ist. Sie versprechen Licht am Ende des Tunnels.

Eins haben alle Motive von Klosterurlauben gemeinsam. Es geht darum, seine aktuelle Lebenswirklichkeit zu vertauschen.

Motive von Klosterurlaubern.