Tourismus vs. Reisen

Die Touristin Aline SommerDas Wort Tourismus (engl. tourism, frz. tourisme, ital. turismo) hat seinen Ursprung im französischen Substantiv le tour (= Reise). In der deutschen Sprache taucht Tourismus gegen 1830 zum ersten Mal auf.

In den meisten Ländern gibt es nur das Wort Tourismus. In Deutschland gibt es aber auch die Bezeichnung Fremdenverkehr und das Substantiv Reisen.

In letzter Zeit wird das Wort Fremdenverkehr immer häufiger durch den Begriff Tourismus ersetzt, weil der Aspekt des „Fremden“ negativ assoziiert wird.

Aber auch der Begriff Tourismus ist negativ behaftet. Vor allem wie hier bei uns, in der Kombination mit Spiritualität, wo es um „etwas Geistliches“ geht.

Relativ „sicher“ ist das Wort Reise oder der Plural Reisen. Reise wird unabhängig von der Motivation verwendet. Eine Reise kann geschäftlicher Natur sein, aber auch touristisch. Zum Teil wird das Wort auch metamorphisch für „Wandlung“ benutzt. Das wiederum ist das Ur-Motiv des Reisens.

So verstehen wir auch dieses Portal. Spiritueller-tourismus.de  beinhaltet Wissen, Tipps, Inspirationen für körperliche Reisen im Sinne von Ortsveränderung, aber auch für geistige Reisen.

Tourismus ist etwas „Unschönes“

Früher waren touristische Reisen nur solche Reisen, die nicht mit beruflichen Motiven in Verbindung stehen. Doch auch da verfließen die Grenzen. Bezeichnend sind Begriffe wie Geschäftstourismus oder Kongresstourismus.

Es gibt aber doch einen Unterschied, der allerdings sehr subtil ist. Ähnlich wie bei spirituell und religiös ist der Begriff des Tourismus im Gegensatz zu Reisen negativ behaftet. Tourismus gilt als etwas ‚Unschönes’, Kommerzielles und NichtFörderungswürdiges. Vor allem im Zusammenhang mit den negativen Verhaltensweisen einiger Reisenden, ist Tourismus negativ.

Im harmlosesten Fall handelt es sich um einen Besucher, der mit einer Fotokamera bewappnet und in Sekundenschnelle als ein Tourist zu identifizieren ist.

Touristen sind die Oberflächlichen. Niemand will Tourist sein. Und doch sind wir es alle. Für Anbieter gilt: Sie sollten nicht zwischen „ernsthaften Besuchern“ und Touristen trennen.

Spiritueller Tourismus ist religiöses Reisen

Für uns ist religiöses Reisen gleichzeitig religiöser Tourismus. Spirituelles Reisen ist spiritueller Tourismus. Natürlich kann spiritueller Tourismus ein Oberbegriff für religiöses Reisen sein.

Religiöses Reisen / spiritueller Tourismus ist deshalb ausgehend von Kaspars Definition (Vgl. zum Beispiel Kaspar, Claude: Die Tourismuslehre im Grundriss, 1991, S. 16.)

…die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus religiös motivierten Reisen und dem Aufenthalt an einem mit Religion in Zusammenhang stehendem Ort von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher und dauernder Wohn- noch Arbeitsort ist.